NM23NEWERTON MAZZUCCO
    Artikel29. Juni 2026 · 8 Min. Lesezeit

    Lohnt es sich, in der Schweiz zu leben? Was dir vorher niemand sagt

    Lohnt es sich, in der Schweiz zu leben? Was dir vorher niemand sagt

    «Lohnt es sich, in der Schweiz zu leben?» Das ist vielleicht die wichtigste Frage von allen — und die, die da draussen am schlechtesten beantwortet wird, voller schöner Fotos und arm an Wahrheit. Also lass mich dir die ehrliche Antwort von jemandem geben, der das jeden Tag erlebt: Es kommt darauf an, was du suchst. Für die einen ist es Gold wert; für die anderen lohnt es sich überhaupt nicht. Ich zeige dir beide Seiten, ungeschminkt.

    Was sich wirklich lohnt

    Ich beginne mit dem, was echt und wirklich gut ist:

    • Sicherheit und Ruhe. Die Kinder an einem sicheren, geordneten Ort grosszuziehen, wo die Dinge funktionieren, ist unbezahlbar.
    • Lebensqualität und Natur. Die Schweiz raubt dir den Atem. Ich arbeite und fahre dabei durch Landschaften, für deren Besuch Leute viel Geld bezahlen.
    • Ein Lohn, mit dem man aufbauen kann. Mit Disziplin sind Rücklagen, Reisen und ein Blick auf die Zukunft möglich — Dinge, die für viele nur ein Traum waren.
    • Eine Zukunft für die Kinder. Bildung, Infrastruktur und Chancen an einem der besten Orte der Welt zum Aufwachsen.

    Der Preis, den niemand auf Instagram zeigt

    Jetzt der Teil, den die Videos vom «Traumleben» verstecken:

    • Hohe Lebenshaltungskosten. Alles ist teuer. Ein grosser Lohn ist schnell weg, wenn du dich nicht organisierst.
    • Das Heimweh. Die Distanz zu Familie und Freunden wiegt schwer — an besonderen Tagen, bei Verlusten, im Alltag. Das ist mit Abstand das Schwierigste.
    • Die Sprache und der Neuanfang bei null. Du kommst an und wirst in vielem wieder zum Anfänger. Das verlangt Demut und Ausdauer.
    • Die zurückhaltendere Art. Freundschaften entstehen hier langsamer, und der Winter ist lang. Wer aus einem warmen Land kommt, spürt das.

    Für wen es sich lohnt (und für wen nicht)

    Es lohnt sich sehr für Leute mit einem klaren Ziel, der Bereitschaft, hart zu arbeiten, und dem Fokus, etwas aufzubauen — besonders mit Blick auf die Familie und die lange Frist. Es lohnt sich nicht für den, der ein leichtes Leben, eine Abkürzung oder den Glanz der sozialen Netzwerke sucht: Diese Person ist schnell frustriert, denn hier kommt der Lohn aus dem Aufwand, nicht aus dem Glück.

    Meine aufrichtige Antwort

    Für mich hat es sich gelohnt und lohnt sich weiterhin. Nicht weil es ein einfaches Paradies wäre — ist es nicht. Es lohnt sich für das, was ich für meine Kinder aufbauen kann, und für den Frieden, an einem Ort zu leben, der funktioniert. Aber ich habe den Preis des Heimwehs und des Neuanfangs bezahlt und bezahle ihn weiter. Wer dir sagt, es sei nur Freude, verkauft dir etwas.

    Entscheide mit dem Kopf, nicht nur mit dem Herzen

    Der grösste Fehler ist, im Impuls zu entscheiden und dabei nur auf Bergfotos zu schauen. Vor jedem Schritt: Bring die Zahlen aufs Papier — was es kostet, was du verdienen würdest, was übrig bliebe. Genau dafür habe ich das kostenlose NM23-Finanz-Tool gebaut — damit du dein Leben hier in Franken, Euro und deiner eigenen Währung simulieren kannst, bevor du entscheidest. Und wenn du den praktischen Weg willst: Ich habe darüber geschrieben, wie man als Ausländer in die Schweiz auswandert.

    Lebensqualität und Heimweh werden eine ganze Weile nebeneinander hergehen — und das ist in Ordnung, das gehört dazu. «Es lohnt sich» ist eine Antwort, die nur du selbst bauen kannst, mit offenen Augen für beide Seiten der Waage, ohne das gefilterte Foto, das man dir da draussen verkauft.