Warum heisst mein Lastwagen Shrekão?

Jeder Lastwagen, den ich fahre, bekommt am Ende eine Persönlichkeit. Bei diesem war es nicht anders — nur blieb der Spitzname so schnell hängen, dass heute viele den Lastwagen kennen, bevor sie das Kennzeichen kennen.
Schau dir die Rückspiegel an: Statt der traditionellen Spiegel sitzen dort oben digitale Kameras — zwei «Ohren», genau wie bei Shrek. Und weil er ohne Seitenverkleidung fährt, sitzt dieser mächtige Aufbau hoch oben auf dem Chassis und wirkt richtig langbeinig. Alles zusammen: Shrek als Lastwagen.
Diese «Ohren» sind keine Deko
Viele finden einen Lastwagen mit Kameras statt Spiegeln seltsam, aber bei modernen Lastwagen hier in Europa wird das immer häufiger — und das aus gutem Grund. Eine hoch montierte Kamera speist einen Bildschirm in der Kabine, der die ganze Fahrzeugseite zeigt, mit weit weniger toten Winkeln als ein traditioneller Spiegel. Nachts und im Regen sieht sie besser, und ohne diesen riesigen Spiegel, der nach aussen ragt, ist der Lastwagen aerodynamischer — er schneidet weniger Wind und verbraucht weniger Treibstoff. Die «Ohren» von Shrekão sind also Sicherheits- und Effizienztechnik. Dass er wie der Oger aussieht, ist Zufall; unter dem Witz steckt ein seriöser Lastwagen.
«Aber ist Shrek nicht grün?»
Ist er. Und meiner ist rot. Das ist das Detail, auf das alle hinweisen — und statt den Spitznamen zu killen, hat es ihn nur lustiger gemacht. Der Name blieb hängen und ist geblieben.
Warum gibt man einem Lastwagen einen Namen?
Wer zehn, zwölf Stunden am Tag in einer Kabine verbringt, versteht es: Der Lastwagen hört auf, eine Maschine zu sein, und wird zum Weggefährten. Dort esse ich, ruhe mich aus, denke an meine Familie, stelle mich dem Schnee der Alpen und dem stehenden Verkehr. Ihm einen Namen zu geben, ist unsere Art anzuerkennen, dass er weit mehr trägt als die Ladung des Tages — er trägt den Alltag, den Lebensunterhalt und ein gutes Stück Geschichte. Genau das ist Shrekão: der Begleiter auf allen Fahrten, die ich auf dem Kanal mit euch teile.
Wenn du also das nächste Mal auf einer Schweizer Strasse an einem roten Riesen mit Ohren weit oben vorbeikommst, weisst du, wer das ist. Es ist Shrekão — und wahrscheinlich bin ich gerade mit ihm auf einer weiteren Fahrt quer durch die Schweiz.
